Merken An meinem ersten Winterwochenende in der neuen Wohnung stand ich vor einem riesigen Kohlkopf und hatte keine Ahnung, was ich damit anfangen sollte. Die Nachbarin hatte ihn mir geschenkt, frisch vom Markt, und ich wollte nicht unhöflich sein. Also machte ich mich ans Werk, schnitt den Kohl in feine Streifen und ließ mich von einer alten Erinnerung an Omas Küche leiten. Was dann entstand, war cremig, zart und so tröstlich, dass ich den ganzen Topf an diesem Abend aufaß. Seitdem ist cremiger Kohl fester Bestandteil meiner Winterküche.
Ich erinnere mich an einen Abend, als Freunde spontan vorbeikamen und ich nur diesen cremigen Kohl und etwas Brot im Haus hatte. Ich dachte, das würde nie reichen, aber alle waren begeistert und wollten das Rezept haben. Einer meinte sogar, es sei das Beste, was er seit Langem gegessen habe. Manchmal sind es die schlichtesten Gerichte, die am meisten berühren.
Zutaten
- 1 mittelgroßer Grünkohlkopf (etwa 900 g), entkernt und fein geschnitten: Der Kohl wird zart und süßlich, wenn er langsam gegart wird, schneide ihn ruhig sehr fein für die beste Textur.
- 1 kleine gelbe Zwiebel, fein gehackt: Sie gibt eine sanfte Süße und Tiefe, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
- 2 Esslöffel ungesalzene Butter: Butter macht den Unterschied zwischen okay und wunderbar, sie gibt dem Ganzen eine seidige Grundlage.
- 250 ml Vollmilch (oder halb Sahne für noch reichhaltigere Sauce): Vollmilch reicht völlig aus, aber wenn du Lust auf Verwöhnung hast, nimm halb Sahne.
- 125 ml Schlagsahne: Hier entsteht die cremige Magie, die den Kohl umhüllt wie ein Samtmantel.
- 1 Esslöffel Mehl (oder glutenfreie Mehlmischung): Es bindet die Sauce sanft, ohne sie zu schwer zu machen, rühre es gut ein.
- 1/4 Teelöffel gemahlene Muskatnuss: Ein Hauch Muskat hebt alles auf eine andere Ebene, zu viel wäre aufdringlich.
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack: Würze großzügig, Kohl braucht das, um wirklich zu strahlen.
- 1 Esslöffel frische Petersilie, gehackt (optional zum Garnieren): Ein kleiner grüner Farbtupfer, der das Auge erfreut.
Zubereitung
- Butter schmelzen und Zwiebel anschwitzen:
- Lass die Butter in einer großen Pfanne oder einem Schmortopf bei mittlerer Hitze schmelzen, bis sie leicht schäumt. Gib die Zwiebel hinzu und brate sie 2 bis 3 Minuten an, bis sie weich wird, aber keine Farbe annimmt.
- Kohl hinzufügen und weich garen:
- Füge den geschnittenen Kohl und eine großzügige Prise Salz hinzu, rühre alles gut durch. Brate den Kohl unter häufigem Rühren 6 bis 8 Minuten, bis er zusammenfällt und zart wird.
- Mit Mehl bestäuben:
- Streue das Mehl über den Kohl und rühre kräftig, damit es sich gleichmäßig verteilt. Lass es eine Minute mitgaren, damit der mehlige Geschmack verschwindet.
- Milch und Sahne einrühren:
- Gieße langsam die Milch und Sahne hinzu, dabei ständig rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Die Flüssigkeit sollte den Kohl vollständig bedecken.
- Sanft köcheln lassen:
- Reduziere die Hitze auf niedrig und lass alles 6 bis 8 Minuten sanft köcheln, gelegentlich umrühren. Die Sauce wird allmählich dicker und umhüllt den Kohl wie eine Decke.
- Würzen und abschmecken:
- Rühre die Muskatnuss unter und schmecke mit schwarzem Pfeffer und zusätzlichem Salz ab. Wenn es dir noch zu mild ist, würze mutig nach.
- Anrichten und servieren:
- Nimm den Topf vom Herd, fülle den cremigen Kohl in eine Servierschüssel und streue bei Bedarf frische Petersilie darüber.
Merken Einmal habe ich diesen Kohl für meine Mutter gekocht, die skeptisch war, weil sie Kohl immer nur gekocht kannte. Nach dem ersten Bissen sagte sie nichts, nahm aber drei Nachschläge. Manchmal sagen die leisesten Momente am meisten über ein Gericht aus.
Variationen und Anpassungen
Wenn du Lust auf mehr Geschmack hast, brate eine fein gehackte Knoblauchzehe mit der Zwiebel an, das gibt eine zusätzliche aromatische Tiefe. Du kannst auch die Hälfte des Grünkohls durch Wirsing oder Chinakohl ersetzen, das macht die Textur zarter und feiner. Für eine leichtere Version lass die Sahne weg und verwende nur Milch, es bleibt trotzdem cremig. Ein paar geröstete Pinienkerne oder Mandelsplitter obendrauf bringen einen schönen Crunch.
Serviervorschläge
Dieser cremige Kohl ist der perfekte Begleiter zu gebratenem Hähnchen, saftigem Schweinebraten oder sogar gegrillten Würstchen. Wenn du es vegetarisch magst, serviere ihn mit knusprigem Brot und einem grünen Salat, dann wird daraus eine wunderbar einfache Mahlzeit. Er passt auch hervorragend zu Kartoffelpüree oder Salzkartoffeln, wenn du es richtig deftig haben willst. An kalten Abenden ist er genau das Richtige, um sich von innen heraus aufzuwärmen.
Aufbewahrung und Reste
Reste halten sich im Kühlschrank in einem luftdichten Behälter etwa drei Tage lang und schmecken aufgewärmt fast noch besser. Erwärme sie sanft auf dem Herd bei niedriger Hitze und füge bei Bedarf einen Schuss Milch hinzu, falls die Sauce zu dick geworden ist. In der Mikrowelle geht es auch, aber rühre zwischendurch um, damit nichts anbrennt. Einfrieren würde ich ihn nicht empfehlen, die Sauce trennt sich beim Auftauen und wird wässrig.
- Im Kühlschrank bis zu drei Tage haltbar.
- Sanft auf dem Herd oder in der Mikrowelle erwärmen.
- Nicht einfrieren, die Konsistenz leidet darunter.
Merken Dieser cremige Kohl hat mir gezeigt, dass die besten Gerichte oft die einfachsten sind. Ich hoffe, er wärmt dich genauso, wie er mich an vielen Winterabenden gewärmt hat.